Schlagt Brücken über Kontinente, schlagt Brücken über Land und Meer, es wäre dieses die Tangente, dass wirklich einmal Frieden wär.
Schlagt Brücken zwischen allen Völkern, die Menschheit wartet sehr darauf, es wird versucht schon mal des öftern, sonst ist es eines Tages aus.
Schlagt Brücken zwischen den Nationen, auch wenn der Glaube anders ist, helft allen Menschen, die dort wohnen, nehmt ihnen diesen Lichtstrahl nicht.
Schlagt Brücken zwischen Alt und Jung, dass diese miteinander geh'n, lasst schweigen alle Lästerzungen, wie wär die Welt auf einmal schön.
Schlagt Brücken zwischen Menschenherzen, die in der Blüte ihres Lebens sind, lasst brennen für sie helle Kerzen, dass immer Herz zu Herzen find.
Schlagt Brücken immer, immer wieder, die Feindschaft klammert völlig aus, lasst Frieden sein in den Familien, dann sieht die Zukunft besser aus. (Verfasser unbekannt)
Das wäre schön, wenn dieses Gedicht einmal wahr würde. Durch eine bessere Bildung der Menschen, bessere Verständigungsmöglichkeiten - z. B. über das Internet, kommt da aber was in Bewegung.
Der Arbeitskamerad Wer vorn mit freundlichen Gesicht doch hinterm Rücken schlechtes spricht, wer nur den eigenen Nutzen kennt, und deinen Posten Dir nicht gönnt, nach oben krummen Buckel macht, nach unten tritt und hämisch lacht, wenn Dir im Leben was misslingt, was er nicht selbst zuwege bringt, und wenn er steht an Deinem Grab, sich quetscht die dickste Träne ab, dem geh stets aus dem Wege, das ist der Herr Kollege.
Wer aber handelt wie ein Freund, der mit Dir lacht und mit Dir weint, der gradaus seine Meinung sagt, weil ihm dein Fehler nicht behagt, der trotzdem für Dich grade steht und keinen Treuebruch begeht, der nicht nur beim Kameradschaftsfest, auch sonst als Mensch Dich gelten lässt, in Nöten hilft mit Rat und Tat, das ist ein Arbeitskamerad. (Verfasser unbekannt)
Das ist ein schönes und wahres Gedicht. Menschen, die nach oben buckeln und nach unten treten, gibt es leider zur Genüge. Ein Chef mit etwas Menschenkenntnis wird aber nicht darauf stehen, denn auch hinter seinem Rücken wird von diesen Menschen schlecht geredet. Und wer darauf steht - das wär auch nicht der richtige Chef für mich, denn ich könnte keine Achtung empfinden.
Ja, ein Mensch wie im zweiten Vers ist der perfekte Freund und Angestellte.
Es dröhnt der Kopf, es zwickt der Bauch, wie es nach Weihnachten der Brauch. Der Alltag frisst die Heiligkeit, bis nächstes Jahr zur selben Zeit.
Die Waschmaschinen summen leise, Gästebetten reihenweise, in einem prangt ein dunkler Fleck, von Onkel Heinrichs Zigarett‘.
Beim Dutzend-Glas-Set fehlen zwei, denn Tante Gabi war so frei, den Wein als ihren Freund zu sehen und schon war das Malheur geschehen.
Die Katze reagiert nervös, sie ist den Kindlein ziemlich bös‘. Es war nie Ruhe, nirgendwo, nicht mal auf ihrem Katzenklo.
Die Oma fragt, wer war denn das, der Kleine, mit der dicken Nas‘. Bei dieser Vielzahl von Verwandten, kam ihr der Durchblick glatt abhanden.
Den Hausherrn hat es arg getroffen, sein bester Schnaps ist weggesoffen. Von Fußballspielen keine Spur, nur freundlich sein, in einer Tour.
Die Hausfrauen, die Allroundtalente, reiben glücklich sich die Hände. Vorbei, geschafft, ist gut gelungen, im nächsten Jahr wird wieder g‘sungen." (Verfasser unbekannt)
Die Senioren: Ja, gäbe es uns nicht, die Senioren, ging aller Wohlstand schnell verloren. Den Ärzten wär das eine Qual, wer füllt denn sonst den Wartesaal?
Wer kennt sich aus in Rückenschmerzen? Hat steten Druck am schwachen Herzen? Wer ist denn sonst so häufig krank? Wer stapelt Medizin im Schrank? Wer schreitet stolz, voll Heldentum mit neuem Hüftgelenk herum?
Die Augenärzte, wunderbar, leben gut vom grauen Star! Wer füllt die Apothekenkassen, obwohl sie die Gebühren hassen? Die Rentner sind's, ganz einwandfrei! An ihnen kommt kein Staat vorbei.
Mallorcas Strände wären leer, gäbe es nicht das Seniorenheer! Wer gibt im Reisebus am Ende dem Fahrer eine kleine Spende?
Wer lässt sich heute noch im Rachen, Gebiss und neue Zähne machen? Manch Zahnarzt müsste Däumchen drehn, liess' sich bei ihm kein Rentner sehn!
Wer fährt denn heute noch zur Kur? Meist sind es doch Senioren nur! Die Parkbank würde schnell verwaisen, gehörte sie nicht rüstigen Greisen!
Wer hat noch Kraft für einen Bummel? Stürzt mutig sich in den Einkaufsrummel. Manch Kaufhaus wär zur Hälfte leer, gäbs keine Kaufhaus-Rentner mehr.
Manch Cafehaus müsste schliessen, wenn sie die Torten nicht geniessen. Die Rentner sinds, ganz einwandfrei! An ihnen kommt kein Staat vorbei! (Verfasser unbekannt)
Das Gedicht ist sehr schön. Aber nicht nur aus den Gründen werden Senioren gebraucht. Ich oute mich mal als Omakind, ja, meine Oma war mir extrem wichtig. Sie war der liebste Mensch und ihre Herzenswärme hätte mir kein anderer geben können. Einmal hatte ich meinen Aufsatz in der Schule vergessen. Hatte ihn nur vergessen mitzunehmen, er lag fertig geschrieben zu Hause. Aber ich hatte Angst, vergessen ist vergessen. Deswegen habe ich der Lehrerin nichts gesagt, als wir unsere Aufsätze abgeben sollten. Nachmittags ist dann meine Oma mit mir den weiten Weg bis zur Lehrerin gelaufen. Ich war unendlich glücklich, dass ich auf diese Weise meinen Aufsatz noch abgeben konnte und keiner geschimpft hat. Ohne meine Oma hätte ich mir das damals nie getraut.
Sie hat unendlich viel für ihre Kinder und Enkelkinder gemacht, ganz besonders für meine Mutti als Nachkömmling und für mich. Dementsprechend ist eine Welt für uns zusammengebrochen, als sie gehen musste. Auch wenn sie schon jahrelang pflegebedürftig war. Aber es war der Mensch und seine Wärme, was gebraucht wurde.
Und so hat jeder Menschen, die ihn brauchen. Auch wenn man es vielleicht nicht denkt.
Herr, du weißt es besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde. Bewahre mich vor der großen Leidenschaft, die Angelegenheit anderer ordnen zu wollen. Lehre mich, nachdenklich, aber nicht grüblerisch zu sein. Bei meiner Ansammlung von Erfahrungen tut es mir Leid, sie nicht weitergeben zu können. Aber du verstehst, Herr; dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte. Lehre mich Schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu - und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr. Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, die Krankheitsbeschreibungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen. Ich wage nicht, um ein besseres Gedächtnis zu bitten, nur um etwas mehr Bescheidenheit und etwas weniger Bestimmtheit, wenn mein Gedächtnis nicht mit dem der anderen übereinstimmt. Lehre mich wunderbare Einsicht, dass ich mich irren kann. Erhalte mich so liebenswürdig wie möglich. Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir, Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken, nur der Mensch wills nicht begreifen, bei uns heißt das Altern - „reifen“. Nun reif ich seit Jahnzehnten vor mich hin, wann‘s angefangen hat, hab ich nicht mehr im Sinn. Doch wars vielleicht in jenem Jahr, als ich fand mein erstes graues Haar? Doch es war mein Trost - man kanns ja kaum sehn, und silber ist doch auch ganz schön! Nach einiger Zeit, da wusst ichs gewiss, ich brauche jetzt ein neues Gebiss! Man soll nicht klagen über dritte Zähn‘! Sie tun nimmer weh und sind meistens schön. Darm überkam mich der Drang und der Wille, ich brauch nun eine schärfere Brille. Seitdem gehts nun frisch und munter, nach Bedarf: Brille rauf, Brille runter! Das Gehör stimmt noch - schlecht und recht wenn man nicht alles versteht, ists nicht schlecht. Denn brauch ich Gummistrümpf, die die Krampfadern schonen und die strammen Waden betonen. Für die wackeligen Knie einen Stecken, ist auch gut, zum Räuber erschrecken. Nun glaubte ich, bin ich versorgt mit allem, da bin ich doch neulich in Ohnmacht gefallen! Und da wurde mir, ich war leise entsetzt, ein Herzschrittmacher eingesetzt. Nun kann ich nur sagen: der ist famos! wenns eigene Herz schlapp macht, legt er richtig los! An alles haben die Menschen gedacht, was uns das „Reifen“ leichter macht. nur eines vermiss ich, und das sehr, bitte bringt auch das bald her: Eine kleine Gedächtnisstütze, leicht zu tragen unter der Mütze! Sollte das keinen Erfinder reizen? Mit der Bezahlung tät ich nicht geizen.
Zum "Gebet eines Seniors" fällt mir eine Begebenheit ein. Ein älterer Mann hat über seine Erkrankungen, ganz besonders über seine Borreliose, erzählt. Einer Frau wurde das dann zu viel, sie sagte zu ihm, dass man nicht ständig an seine Krankheiten denken darf, man muss auch mal andere Themen haben. Und dann fing sie noch viel länger von ihren Erkrankungen zu reden an.
Klar, jeder hält seine Erkrankung für die Schlimmste. Dabei taugen alle Krankheiten nichts. Man sollte zufrieden sein, wenn man viele Jahre einigermaßen gesund leben durfte. Das ist leider nicht allen vergönnt. Ja, und Zufriedenheit ist dann das Zauberwort, um liebenswürdig zu bleiben. Auch die größte Verbitterung macht den Zustand doch nicht besser, ganz im Gegenteil sogar, also weg mit traurigen Gedanken.
Ja, so eine kleine Gedächtnisstütze wie im zweiten Gedicht erwähnt, wäre nicht schlecht. Meine Mutti hat da ein ganz tolles Kunden-Ehepaar, beide sind weit über 80 Jahre alt. Die Frau ist an Alzheimer erkrankt. Der Mann gibt sich richtig viel Mühe mit ihr, fordert sie jeden Tag aufs Neue. Er kauft sogar englische Zeitschriften, um sie dann gemeinsam mit seiner Frau zu übersetzen. Seit ein paar Jahren lernen sie sogar zusammen chinesisch. Ihr Zustand hat sich in den Jahren jedenfalls nicht verschlechtert.
Das schlimmste Übel weit und breit, das ist der Satz: "Hab keine Zeit"
Die Zeit ist hektisch, alles rennt, kaum einer seinen Nachbarn kennt. Die Autos fahren schnell daher, ein Fußgänger, der zählt nicht mehr.
Zu Hause läuft der Flimmerkasten, man drückt nur lässig auf die Tasten, und schon hat man - wie vorbestellt, den großen Duft der weiten Welt.
Man lässt vom Bildschirm sich berieseln, die Ehen fangen an zu kriseln. Man spricht kaum noch ein einzig Wort, ist in Gedanken ganz weit fort. Und so kommt es, dass weit und breit, kein Mensch hat für den andern Zeit.
Besuche machen gibt es auch nicht mehr, ja selbst der Briefkasten bleibt leer. Und fragt man mal per Telefon: "Na Du - wie geht's, ich warte schon? "Hab keine Zeit, Dich zu besuchen, mein Mann tat für Mallorca buchen! Muss schnell noch einiges besorgen, na warte mal, vielleicht passt's morgen.
Oder schick` Dir eine Karte, worauf ich leider heut noch warte. Alles hektisch weit und breit, kein Mensch hat für den andern Zeit.
Doch einmal geht die Zeit zu Ende, dann tritt sie ein, die große Wende. Es kommt der Tod: "Bist Du bereit?" Er fragt nicht lange: "Hast Du Zeit?" Er fragt auch nicht, ob arm, ob reich, bei Ihm sind wir ja alle gleich.
Drum nimm Dir Zeit, so lang es geht, solang der Mensch im Leben steht. Wenn er erst auf dem Friedhof ruht, man macht so leicht nichts wieder gut. Ja selbst der schönste Blumenstrauß, holt keinen aus dem Grabe raus! (Verfasser unbekannt)
Ähnliche Gedanken hatte ich vor ein paar Tagen. Wie haben die Menschen das früher, so vor 100 Jahren, gemacht? Die hatten noch keine Waschmaschine, alles musste mit dem Waschbrett gewaschen werden. Die hatten noch keine Gasheizungen, sie mussten noch Holz aus dem Wald holen. Und nicht selten mussten sie zum Ein- und Verkaufen oder für Bankgeschäfte -zig Kilometer laufen. Arbeiten mussten sie aber auch und hatten nicht selten auch viel mehr Kinder.
Zeit haben ist meistens eine Willensfrage - wenn man etwas wirklich will, dann nimmt man sich auch die Zeit. Wenn nicht, dann weiß man, das ist für denjenigen nicht so wichtig.
Füller, der du bist in der Federmappe, geheiligt werde deine Schrift, deine Tinte komme, mein Wille geschehe, wie im Heft, so im Test. Unsere tägliche Tinte gibt uns heute, und vergib uns unsere Schreibfehler, wir auch wir vergeben deinen Tintenklecksen. Und führe uns nicht zu 'ner Sechs, sondern erlöse und von der Schule. Denn Dein ist die Schrift, und das Blaue und die Sauberkeit, in Ewigkeit. Amen. (Verfasser unbekannt)
Wir Kegel stehen sonst nur stumm, auf jeder Kegelbahn herum. Wir sind die hölzernen Gestalten, die für die Kegler die Köpfe hinhalten, Und fallen wir hin, es ist kaum zu ertragen, wir auch noch zur Freude der Kegler beitragen. Drum wollen wir heute mal etwas sagen, Hör' uns genau zu, was wir jetzt vortragen:
1. Vorderholz Ich bin das Vorderholz, das kann man wohl sehen Ich kann vor lauter Beulen kaum noch stehen. Denn jeder Kegler, ob gut oder schlecht, Putzt meistens mich armes Vorderholz weg.
2. Linke Vorderdame Man nennt mich die linke Vorderdame, so ist im Spiel nun mal mein Name. Geht's in die Vollen, schon ist es passiert, Dann werde auch ich meistens ramponiert.
3. Rechte Vorderdame : Ich stehe neben dem Vorderholz rechts, und die Regel will's so, ich bin weiblichen Geschlechts. Ich stehe ganz vorne im ersten Glied, Und kriege von meinem Nachbarn ganz schön was mit, denn trifft man das Vorderholz, das ist keine Kunst, dann werde auch ich meistens angebumst.
4. Linker Bauer Linker Bauer werde ich in Fachkreisen genannt, und bin auch in diesen bestens bekannt. Mir geht's recht gut und bleib meist steh'n, und kann in Ruhe den Anderen zusehen. Wenn alle anderen Kegel gefallen sind, dann freu ich mich diebisch wie ein Kind,
5. Rechter Bauer - Als rechter Bauer, das ist inzwischen bekannt, Habe ich einen besonders schweren Stand. Man sollte denken, ich steh' hier geschützt, Doch das hat mir bis heute wenig genützt.
6. Rechte Hinterdame Ich stehe auf der rechten Position ganz hinten, Und habe es genauso wie meine Nachbarin, zur Linken, Mein Vorteil ist's aber, das sag ich ganz offen, ich werde selten von der Kugel direkt getroffen. Ich bin lange nicht so verbeult wie meine Vorderleute, Deswegen hab ich meine Position noch nie bereut.
7.Linke Hinterdame Ich stehe zwar hinten von Männern umringt, Doch helfen tut mir das nicht unbedingt. Ich falle nur, wenn meine Nachbarn umkippen, Das erspart mir zum Glück einige gebrochene Rippen.
8. Hinterholz Ich habe im Spiel ganz unbestritten, noch nie unter der ankommenden Kugel gelitten, Im Gegenteil, ich genieße meine Situation, Halte zwischen zwei Frauen die Position. Wenn alle fallen, falle ich zum Schluß, Es sei denn, es kommt der goldene Schuß, Denn dann steht vor mir der König allein. Das soll aber nicht die Regel sein.
9. König Jetzt haben alle zum Kranz sich gesetzt, Nur ich, der König, bin noch unverletzt. Wenn ich jetzt falle, dann ruft man ganz stolz: Dem Kegler für die Neune ein dreifaches " Gut Holz " Der König zu sein, ist für mich eine Ehre, drum ich diese Position so sehr begehre. Ich bin allein nur von Frauen umgeben, für diese Stellung geb ich mein Leben, Ich stehe geschützt in der goldenen Mitt, Und unterscheide mich von allen durch mein Outfit. Durch mein Alter ist meine Stellung zu begründen, Drum darf ich im Namen Aller verkünden: "Mein Wunsch an sich, das ist doch klar Sind noch viele Abende mit der Kegelschar."
Bei mir ist ständig andere Luft, mal Mief und mal noch schlimmerer Duft. Doch mein Beruf, ich sag’s ganz ehrlich, ist sonst wirklich ungefährlich. Ich bin, und find' das gar nicht doof, die „Lokusfrau vom Hauptbahnhof“. Bei mir herrscht ständiger Verkehr, hab' keinen Urlaub, denn das wär’ für manchen von euch eine Plage. Ich kenne keine Sonn- und Feiertage, und so mache ich auf dieser Welt sprichwörtlich noch aus Schiete Geld!
Zu mir kommt stets mit Hochgenuss ein jeder, weil er müssen muss. Ich brauch', keinen Anwalt, keinen Notar, kein Arbeitsamt, Betriebsrat gar, ich brauch’ auch nicht wie Hinterwäldler einen Geißbock denn ich stinke selber!
Mit meinen zehn Einmannkabinen, da kann ich wirklich gut verdienen. Die Menschen sind bei mir alle gleich, ob sie arm sind oder reich, nur müssen die Jungen und die Alten sich an meine Ordnung halten. Am Eingang hängt ganz vorne dran der Toilettenhaus-Benutzungsplan.
Da steh’ n dann folgend in der Reih’ die Paragraphen eins bis drei. Der erste Paragraph sagt echt: „Die Klofrau, die hat immer recht!“ Der zweite Paragraph heißt so: „Muss ein Kunde mal auf' s Klo, ist er gesetzlich dazu verpflichtet, dass er bei mir zwei Mark entrichtet". In Nummer drei ist klar umrissen "Fünf Minuten darf man müssen". Sitzt einer länger auf der Schüssel, dann kommt die Klofrau mit dem Schlüssel, die Sitzung einfach zu unterbrechen, und der Kunde muss 'nen Zuschlag blechen!
Für Leute mit Durchfall und Attesten, dass sie mir nicht die Luft verpesten, habe ich, weil's sich rentiert, nun die Monatskarte eingeführt. Studenten, Rentner oder Kinder, Finanzbeamte und andere Sünder, ein jeder hat auf jedem Fall beim Klopapier bei mir die Wahl. Denn ich hab' für fünfundzwanzig Sorten: mit Seidenglanz und Chiffonborten, mit Gänseblümchen, duftig süß, und Pampers mit dem Trockenvlies.
Doch nur mit einem Lokushaus, da kommt man heute ja nicht mehr aus, deshalb hab ich, ohne zu prahlen, im ganzen Landkreis zehn Filialen. überall, ich kann s euch sagen, steht von mir ein schöner Wagen Mein Firmenzeichen - ihr könnt' s 'sehen: zwei gekreuzte' Klobürsten mit Kakteen. Und ich werd überall im Land "Lady Kaktus" nur genannt! Mein Laden blüht und er gedeiht, dank eurem Einsatz hier, ihr Leut' So' n Großbetrieb, der muss florieren, drum musste ich automatisieren. Als erste Klofrau dieser Welt habe ich Computer aufgestellt, und dank moderner Klomaschinen kann jeder sich jetzt selbst bedienen:
Man wirft ein Geldstück in die Schlitze, wo draufsteht: Stehplatz oder Sitze. Dann fährt man auf' nem Förderband entlang an der Kabinenwand, bis man ‚nen freien Ort erreicht dann geht’ s von selbst, es geht ganz leicht.
An jeder Tür, da ist 'ne lange speziell gebaute Gummizange, die zieht Dir grad, als wär's ein Wunder, beim Reingehen gleich die Hosen runter. Dann wirst du noch zu guter Letzt, herumgedreht und hingesetzt. Jetzt kommt aus einer Seitenwand ' ne vorgewärmte Plastikhand. Die drückt dir dann nach altem Brauch fünfmal kräftig auf den Bauch. Und statt, wie früher abzuwischen, tut hinterher jetzt Pressluft zischen. Als Abschluss spritzt in Höhe der Füße After Shave jetzt aus der Düse.
Ihr seht: eine Klofrau hat es leicht. Und ich hab' hoffentlich erreicht, dass euch mein Vortrag Spaß gemacht und etwas Frohsinn hat gebracht. Wollt schöne Stunden ihr verleben, dann braucht ihr nur wenig Geld auszugeben. Kommt alle zu mir und seid mir gegrüßt, bei mir da dürft ihr, wenn ihr müsst! So grüßt euch jetzt - fast als Philosoph - die „Lokusfrau vom Hauptbahnhof`!"
Ja, bei Klofrauen habe ich schon alles erlebt - von netten Gesprächen bis zu ehrgeizigen Klofrauen, die einem das Händewaschen extra berechnet haben. Das Wichtigste ist ja, dass die Toiletten sauber sind und wenn sie das schaffen, haben sie alle Achtung verdient.
Ich trinke gerne Weizen Bier, und darum bin ich heute hier. Es rinnt ganz kühl durch meine Kehle und labt genüßlich auch die Seele.
Es glänzt wie Gold im klaren Glase, sein Duft betört nicht nur die Nase. Die Krone fest und weiß wie Schnee, ich weiß es schmeckt, wenn ich es seh.
Es schmeckt so gut,ich kanns nicht lassen, muß laufend in den Kasten fassen. Der ist bald leer, dat iss egal, ich hol nen neuen aus dem Regal.
Ein wenig schwank ich schon dahin, jetz aufzuhören macht keinen Sinn. der Öffner klackt, die Flasche zischt, ein wenig Schaum wird weggewischt.
Nun kommts drauf an, kann ich es schaffen, den zweiten Kasten weg zu raffen? Gar kein Problem, dat Zeug iss gut, is schon halb leer und dat macht Mut.
Warum schwankt denn der große Schrank? Ich glaube ich werde langsam krank. Die Hände machen wat sie wollen, ich seh auch schon zwei Flaschen rollen.
Mein Stuhl schwankt auch, kann kaum noch seh'n, schaff's auch nich mehr zum Klo zu geh'n. Und leere Kästen, seh ich schon vier, dat liegt wohl an das Weizen Bier.
Deine Mail mir große Freude macht hat viele bunte Grüsse mitgebracht da denk ich lieblich sacht: da hat grad wer an mich gedacht!
Ich les die Worte ganz gespannt schau die schönen Bilder tief gebannt da denk ich lieblich sacht: Du hast mir kostbares Glück gebracht!
E-Mails in all den Farben und Formen bunt, ausgeflippt und ohne Normen da denk ich lieblich sacht: so E-Mails sind ne volle Pracht!
Blumen, Muster zart und fein harmonisch strahlend sollen sie sein da denk ich lieblich sacht: was wohl Dein Mail mir mitgebracht?
Anhänge lustig mit Humor und Fun Musik mit traumhaftem Klang da denk ich lieblich sacht: wenn nur ja die Leitung nicht kracht!
Nachdenkliches und Tiefes kommt auch an Schönes an welchem die Seele sich füllen kann da denk ich lieblich sacht: E-Mails mit wertvoller Fracht!
Drum schreibt Ihr lieben Leute mit viel Emsigkeit damit meine Mailbox niemals leere bleibt da denk ich lieblich sacht: Ob mein Mail Dir auch Freude macht? Da denk ich freudig frech: wenn nicht, hast Du eben Pech!!